Bis Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts gab es in St. Gallen lediglich zwei ein halb Schwimmvereine:

Nämlich den Schwimmclub St. Gallen 1909, den Damenschwimmclub St. Gallen und die Freie Schwimm- und Turnvereinigung St. Gallen. Der letztgenannte Verein trainierte nur während des Winters im Volksbad. Bis Anhin waren die Vereine absolut Geschlechter getrennt.

Dieser Umstand bewog einige Jugendliche aus dem Quartier Hagenbuch Jahre 1930 einen Schwimmverein des gleichen Namens zu gründen. Zielsetzung war in erster Linie das gemeinsame Baden und Schwimmen von „Männlein und Weiblein“. Eine unvorstellbare Situation und Provokation im damaligen St. Gallen. Trainiert wurde im Volksbad und während den Sommer-monaten im Knabenweiher auf Dreilinden. Das Mannenbad war dem SC St. Gallen vorbehalten.

Ein zweiter Aspekt, dass es zur Gründung eines weiteren Schwimmvereins in St. Gallen kam, war der Umstand, dass es damals „gewöhnlich sterblichen“ Personen verwehrt war, in einem der bestehenden Vereins Mitglied zu werden.

Der Quartier Schwimmverein Hagenbuch wurde immer grösser und seine Mitglieder wohnten in der ganzen Stadt. Das bewog den damaligen Vereinsvorstand, den Verein in „Arbeiterschwimmverein Fichte“ um zu benennen. Nach dem zweiten Weltkrieg, vergrösserte sich der Verein gewaltig und wurde zu einem polysportiven Verein. Neben dem Schwimmen kam Handball und Skifahren hinzu. Deshalb nannte sich der Verein fortan „Arbeiter Schwimm- und Sportverein St. Gallen“.

Ende der 50er Jahre wurde der Verein im Zuge der Öffnung in Schwimmverein Delphin umbenannt. Seit 1960 trägt er nun den Namen Wassersportverein St. Gallen.

Der Wassersportverein St. Gallen, oder kurz WSV St. Gallen genannt, ist in erster Linie dem Breiten- und gesunden Leistungssport verpflichtet. Zudem ist es sein Anliegen, dass die ganze Bevölkerung in einem bezahlbaren Rahmen die Sportart Schwimmen betreiben kann.